Der Herbstwind

Erzählchen mit Handgesten

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Text

Der Herbstwind kommt: Hui – huiii! Ho – hooo!
Von den Zweigen: Zetter-di-zetter! Zetter-di-zetter! Reißt er die Blätter.
Sie fliegen, fliegen durch die Luft.
Wirbeln – wirbeln.
Schaukeln – schaukeln.
Schweben – schweben.
Drehen – drehen.
Sinken so sacht zur Erde herab.
Bleiben liegen, – träumen vom Fliegen. –
Der Herbstwind kommt herangelaufen,
er bläst: Hfff! in den Blätterhaufen:
Sch – sch – ruschel – ruschel,
das gibt ein Getuschel. Sch – sch – sch – sch –.
Dann läuft er davon: Hfff – hfffffff. –
Unter den kahlen Bäumen
liegen die Blätter – schlafen und träumen.

Text mit Gesten

TextHandgesten

  1. Der Herbstwind kommt:
    Der Erzieher schaut die Kinder strahlend an und ruft mit heller, freudiger Stimme: „Der Herbstwind kommt“
  2. Hui – huiii!
    Herbstwind 3Für die erste Silbe „hui“ machen die Arme und Hände (die Finger sind gestreckt und geschlossen) eine schwung­volle Bewegung von rechts oben bis etwa vor die Brust, dort nochmal eine kleine Schleife zurück, um erneut Schwung zu holen und dann mit der zweiten Silbe „huiii“ nach links oben auszuschwingen. Die Vokale „u“ und „i“ werden so klangvoll wie möglich gesprochen.
  3. Ho – hooo!
    Die geschlossenen Hände (auch die Daumen liegen an) als Schalltrichter an den Mund legen, sodass die Zeigefinger seitlich entlang der Nase liegen. Das „o“ in der Silbe „hooo“ kraftvoll tönen lassen.
  4. Von den Zweigen:
    Beide Arme mit gespreizten Fingern, als Baum mit Zweigen, schräg nach oben strecken.
  5. Zetter di zetter! Zetter di zetter!
    Die Hände aus den Handgelenken an den hochgestreckten Armen tüchtig schütteln. Die Finger dabei ganz locker lassen.
  6. Reißt er die Blätter.
    Die Arme verbleiben noch immer in der hochgestreckten Stellung. Jeweils bei den Worten „reißt“ und „Blätter“ werden die Hände einmal kraftvoll hochgeschleudert.
  7. Sie fliegen, fliegen durch die Luft.
    Die „Baumgeste“ auflösen und die Hände mit nach unten gekehrten Handinnenflächen etwa auf Stirnhöhe nahe zusammenführen und als „Blättchen“ leicht auf und ab schweben lassen. Die Sprachmelodie hier sehr melodisch gestalten.
  8. Wirbeln – wirbeln.
    Herbstwind 2Die Hände bis auf Magen­höhe herunter nehmen und schnell um­einander drehen. Die Handrücken sind dabei zum Betrachter gewendet. Wenn möglich das „r“ in „wirbeln“ als rollendes Zungen-R sprechen und lange rollen lassen, „wirrrrrrrbeln “.
  9. Schaukeln – schaukeln.
    Die Hände immer noch auf Magenhöhe halten, nun aber drehen, sodass die Handinnenflächen nach oben gewendet sind, die Finger sind geschlossen und leicht gebogen wie ein Schüsselchen. Wie mit den Pfeilen angegeben werden die Hände gemeinsam nach links und rechts geschaukelt. Die Tonhöhe für jede Silbe variieren.
  10. Schweben – schweben.
    Die Hände nehmen wieder die gleiche Position wie bei 7 ein. Für das Schweben bleiben die Hände auf einer Höhe und werden sehr ruhig nach links und rechts bewegt. Auch die Stimme bleibt auf einer Tonhöhe und das „e“ in „schweeee­ben“ muss sehr gedehnt gesprochen oder besser noch gesungen werden.
  11. Drehen – drehen.
    Die Hände wieder herunter nehmen, die Unterarme waage­recht halten, sodass die Hände mit zueinander­gekehrten Handrücken auf Magenhöhe locker nach unten hängen, die Fingerspitzen abwärts gerichtet. In dieser Haltung die Hände leicht aus dem Handgelenk drehen.
  12. Sinken so sacht zur Erde herab.
    Für das Herabsinken die Hände wieder in der gleichen Haltung wie bei 7 auf Stirnhöhe heraufnehmen. Von dort die Hände mit zart angedeutetem Trudeln miteinander zur Erde herabsinken lassen. Bei „..rab“ mit den Händen auf den Oberschenkeln oder dem Boden ankommen. Stimme mitsinken lassen. Man kann eine oder auch beide Hände, nachdem sie die „Erde“ berührt haben, auf den Handrücken „umkippen“ als das „welke“ Blatt. Die „Blätter“ eine Weile stumm liegen lassen und anschauen.
  13. Bleiben liegen –
    Das „i“ in dem Wort „liegen“ gedehnt sprechen, die Stimme bleibt in der Schwebe, sie wird am Wortende nicht abgesenkt. Als Bestätigung nickt man dazu leicht mit dem Kopf. Danach eine kleine Zäsur machen.
  14. träumen vom Fliegen. –
    Herbstwind 4Das Wort „träumen“ leise und behutsam auf einem Ton singen, eine kleine Zäsur einfügen und dann die Worte „vom Fliegen“ sehr hell, fast singend sprechen. Danach die Bewegungen, wie sie bei 7 und bei 12 beschrieben sind, stumm ausführen.
  15. Der Herbstwind kommt
    Der Erzieher schaut die Kinder wieder strahlend an und ruft mit heller, freudiger Stimme in den Raum: „Der Herbstwind kommt“.
  16. herangelaufen,
    Für „herangelaufen“ wird die gleiche schwungvolle Armbewegung von rechts nach links ausgeführt, wie sie oben bei 2 beschrieben ist.
  17. er bläst: Hfff!
    Die Hände als Schalltrichter um den Mund legen wie oben bei 3 beschrieben und kräftig blasen: „Hfff!“
  18. in den Blätterhaufen:
    Mit beiden Händen einen großen, imaginären Blätterhaufen zeigen.
  19. Sch – sch – ruschel – ruschel, das gibt ein Getuschel. Sch – sch – sch – sch –.
    Die Hände mit nach unten gewendeten Handinnenflächen etwa auf Magenhöhe halten und aus dem Handgelenk leicht aber schnell aus- und eindrehen, so dass eine flirrende Bewegung entsteht, man „wuschelt“ in den Blättern umher. Dabei entsteht ein Geräusch, wie wenn getuschelt wird. Das „sch“ mit vorgeschobenen Lippen bilden und klanglich gut herausarbeiten.
  20. Dann läuft er davon:
    Die Kinder anstrahlen und mit kraftvoll tönender Stimme in den Raum rufen: „Dann läuft er davon“.
  21. Hfff – hfffffff –
    Die Hände wieder als Schalltrichter um den Mund legen und wie oben bei 17 kräftig blasen.
  22. Unter den kahlen Bäumen
    Herbstwind 1Die Arme wie oben bei 4 schräg hochstrecken und die Finger spreizen. Man nimmt sich viel Zeit, um den Kindern die kahlen Äste zu zeigen.
  23. liegen die Blätter –
    Die Hände langsam herunterführen und auf den „Boden“ legen wie oben bei 12 beschrieben. Die „Blätter“ ein Weilchen stumm anschauen.
  24. schlafen und träumen.
    Für das Wort „schlafen“ einmal mit dem Kopf nicken und mit dunkler Stimme sprechen. Nach einer kleinen Pause hinzufügen: „und träumen“. Auch hier noch einmal mit dem Kopf nicken und für das Wort „träumen“ in einer helleren Tonlage sprechen. Die Stimme am Wortende in der Schwebe lassen, also nicht senken.

Anmerkungen

Eventuell ein Schlaflied für die Blätter summen, singen oder auf der Choroi-Flöte oder Choroi-Harfe spielen. Vor Nummer 15 kann folgende Spiel­ausweitung eingefügt werden: Der Erzieher fragt die Kinder: „Wovon träumen die Blätter noch?“ und zeigt dann stumm zum Beispiel das Drehen der Blättchen. (Bewegungsbeschreibung für das Drehen siehe bei 11). Die Kinder ahmen die Bewegung nach. Der Erzieher kann erneut fragen und eine der „Blatt-Bewegungen“ anschließen, oder er fragt ein Kind: „Wovon träumen deine Blätter?“. Wenn das angesprochene Kind eine Blätterbewegung zeigt, macht der Erzieher sofort diese Bewegung mit und regt dadurch die anderen Kinder zum Nachahmen an. Dieses Spiel nicht zu lange ausdehnen, sondern rechtzeitig mit Nummer 15 ff. fortfahren.